Äußere Einflüsse

Äußere Einwirkungen auf Bedachungen und Fassadenbekleidungen aus VMZINC

Windlasten

Dachdeckungen und Fassadenbekleidungen müssen auf der Unterkonstruktion gegen Abheben durch Windlasten gesichert werden und die Unterkonstruktion muss für die Aufnahme der Windlasten geeignet sein.

Die Ermittlung der zu berücksichtigenden Windsoglasten erfolgt im Rahmen der Planung gemäß:

DIN 1055-4
Lastannahmen für Bauten; Verkehrslasten, Windlasten bei nicht schwingungsanfälligen Bauwerken
DIN 1055-5
Lastannahmen für Bauten, Verkehrslasten, Schneelast und Eislast
DIN EN 1991-1-4 / Eurocode 1
Einwirkungen auf Tragwerke- Teil 1-4: Allgemeine Einwirkungen Windlasten

Die ermittelten Windsoglasten sind entsprechend für die Festlegung der Unterkonstruktion, Verankerung und Befestigung zugrunde zu legen.

Bei Dachüberständen muss bei winddurchlässigen Materialien (z.B. Folien, Schalungsbretter, Lochbleche) zum Windsog auf der Dachoberseite der Winddruck auf der Dachunterseite addiert werden.


Schneelasten und Schneefangsysteme

Schneelasten im Dachbereich werden, unabhängig vom verwendeten VMZINC Produkt, von der Unterkonstruktion aufgenommen. Diese muss deshalb entsprechend dimensioniert sein.

Schneefangklemmen sollten nicht direkt auf die Haften oder oberhalb der Festhaften montiert werden. Schneefangsysteme für VMZINC Produkte sind von namhaften Firmen erhältlich.

Vorschriften und Festlegungen zum Einsatz von Schneefangsystemen sind in den Durchführungsverordnungen der jeweiligen Landesbauordnung enthalten.

Für weitere Informationen hierzu kontaktieren Sie uns bitte.

Schneefangsystem auf einer Stehfalzdeckung

Wärmeschutz

Wärmedämmungen übernehmen den Wärmeschutz gemäß den Festlegungen in den geltenden Fassungen der DIN 4108-3 „Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden“ und der Energieeinsparverordung (EnEV). Die Festlegungen der Dämmstoffdicken und die Detailausführung der Dämmung sind bei der Planung zu berücksichtigen.

Für die Dämmung von Dachflächen dürfen nur genormte und von der Bauaufsicht zugelassene Dämmstoffe eingesetzt werden. Wärmedämmschichten müssen ausreichend temperatur- und formbeständig, unverrottbar und maßhaltig sein. Dämmstoffe der Baustoffklasse B3, „leicht entflammbar“, sind nicht erlaubt.


Brandschutz

VMZINC gehört zu den nicht brennbaren Baustoffen. Das bedeutet, erhöhte Brandsicherheit für Gebäude mit Titanzink-Bedachung bzw. –Außenwandbekleidung, sofern auch die Unterkonstruktion entsprechend ausgelegt ist. Stehfalzeindeckungen mit VMZINC sind als widerstandsfähige Bedachungen gegen Flugfeuer und strahlende Wärme (harte Bedachung) eingestuft. Entsprechende Prüfzeugnisse liegen vor und können angefordert werden.


Volunteer Fire Department, Belle Chasse Louisiana (USA)

Schallschutz

Die Baupraxis hat gezeigt, dass besondere Anforderungen hinsichtlich des Schallschutzes bei einem regelkonform ausgeführten Titanzinkdach im Normalfall nicht erforderlich sind. Trommelgeräusche, wie sie bei starkem Regen oder Hagel auf losen oder gewölbten Blechen entstehen, treten bei einem ordnungsgemäßen Dachaufbau mit VMZINC-Deckung nicht auf. Die Unterkonstruktion, in der Regel bestehend aus mindestens sieben Schichten, dämpft den Schall, sodass es zu keiner Schallbelästigung kommen kann.

Bei erhöhten Anforderungen an den Schallschutz sind zusätzliche Maßnahmen möglich, indem durch die Anordnung von Strukturmatten als Trennlage die Unterkonstruktion optimiert wird. Ebenfalls sollte das Achsmaß der Scharen reduziert und eine größere Materialdicke gewählt werden. Abzuraten ist von der Verwendung von sogenannten „Antidröhnmatten“. Dieses Material, bestehend aus Bitumenfilz oder Kokosmatten, kann eventuell anfallende Feuchtigkeit aus Tauwasser (Kondenswasser) oder Leckagenwasser (Regen- oder Schmelzwasser, welches infolge von verarbeitungsbedingter Undichtigkeit zwischen Metallfläche und Unterkonstruktion eindringt) speichern und so zur unterseitigen Korrosion der Metallfläche führen.

Eine Fachinformation zum Thema Schallschutz bei Metalldachkonstruktionen kann beim ZVSHK, St. Augustin angefordert werden (kostenpflichtig).


Blitzschutz

Vollflächige VMZINC Dacheindeckungen können als natürliche Fangeinrichtung für das Blitzschutzsystem eingesetzt werden. Vorschriften für den Bau von Blitzschutzanlagen sind in der DIN EN 62305-3 Beiblatt 4 sowie VDE 0185-305-1 bis 4 enthalten. Die Ableitung kann durch separate Ableitungen, welche über spezielle Klemmen an die Falze angeschlossen werden, erfolgen. Wichtig sind die fachgerechte Erdung und die Beachtung der entsprechenden Normen und VDE Richtlinien.

Unsere Oberflächen QUARTZ-ZINC, PIGMENTO und AZENGAR wurden vom CE-LAB in Ilmenau (in Kooperation mit der TU Ilmenau) geprüft. Im Fokus der durchgeführten Blitzstromprüfungen standen die Verbindungsstellen Doppelstehfalze zwischen den einzelnen Scharen, um einen Nachweis der Eignung des Dachsystems als natürlicher Bestandteil von Blitzschutzsystemen nach EN 62305-3: 2011 zu führen. Die Prüfungen wurden bestanden.

Dacheindeckungen im Doppelstehfalzsystem in unseren o.g. Qualitäten sind in der Lage, einwirkenden Blitzströmen bis zu Maximalwerten von 100 kA bei einer spezifischen Energie von 2,5 MA²s standzuhalten. 

Walzblankes Zink kann per se als natürlicher Bestandteil des Blitzschutzsystems eingesetzt werden, da die Oberfläche im Falzbereich nicht beschichtet oder vorbewittert ist.


Ausdehnung

Titanzink-Dacheindeckungen und -Fassadenbekleidungen sind so auszuführen, dass die thermisch bedingten Längenänderungen – Expansion und Kontraktion – ungehindert aufgenommen werden können. Diese Forderung wird durch geeignete Dehnungsausgleicher und indirekt wirkende Befestigungsmittel (z.B. Schiebehaften) erfüllt. Auch sind Anschlussdetails so auszubilden, dass eine Bewegung des Metalls möglich ist.


Berechnungsbeispiel

In einer kalten Winternacht kann das Zinkblech durchaus eine Temperatur von -20°C erreichen. Bei längerer Sonneneinstrahlung an einem warmen Sommertag werden hingegen Blechtemperaturen bis zu 80°C erreicht. Der thermische Ausdehnungskoeffizient von Titanzink beträgt 0,022mm/m K. Bei einer 10 m langen Dachschar und einer Verlegetemperatur von 20°C würde sich also folgende Längenänderung ergeben:


Scharenlänge:
10 m
Temperaturdifferenz bei Expansion (Ausdehnung):
60 K
Temperaturdifferenz bei Kontraktion (Zusammenziehen):
40 K
Ausdehnungskoeffizient:
0,022 mm/m K
Ausdehnung:
10 x 0,022 x 60 = 13,2 mm
Zusammenziehen:
10 x 0,022 x 40 = 8,8 mm
Gesamtlängenänderung:
22,0 mm

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